Silberflamme

Vordergründig geht es bei der Phileasson-Saga um zwei rivalisierende Kapitäne, die im Rahmen einer Wette zwölf Aufgaben erfüllen und zeigen müssen, wer zuerst am Ziel ankommt. Die Reise geht über Land- und Wasserwege voran. Jeder geht mit seiner Crew anders vor. Der Haken bei diesem Buch ist: es ist der vierte Band einer Fantasyreihe und der dritte Band ist schon ein Weilchen her. Wer nicht mehr im Stoff „drin“ ist, findet so schnell nicht in die Geschichte hinein. Es gibt keine Rückschau. Das ist sehr schade, denn Hennens Bücher sind immer sehr dick und voll mit Abenteuern.

Hintergründig dreht es sich um ein sagenhaftes Artefakt, welches gesucht wird. Wie bei Hennen üblich vermischen sich die Geschichten und es ist nicht immer klar, worum es gerade pro Kapitel geht. Dazu kommen viele Namen und Figuren, von denen viele dauerhaft unwichtig sind oder zumindestens erscheinen.

Ich konnte mich mit dem Titel nicht anfreunden.

HENNEN, B. (2017): Die Phileasson-Saga – Silberflamme, Heyne Verlag
Ich bedanke mich beim Verlag für das Leseexemplar

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Das Schiff der Träume

Der kitschige Titel mit dem romantischen Titelbild bereitet so gar nicht auf eine spannende, abenteuerliche Geschichte mit historischem Lokalkolorit vor. Die Hauptperson ist zu Beginn ein graues Mäuschen im Schatten der großen Cousine und muss nach einem speziellen Ereignis plötzlich auf eigenen Füßen stehen. Beschrieben wird vor allem, wie sie sich behaupten muss und es auf ihre besonderes, leicht an autistisches Verhalten erinnernd, dann auch tut. Sie fügt sich in eine ihr ziemlich neue Welt ein, wird gefördert und akzeptiert, so, wie sie ist. Hinzu kommen die Spannungen zwischen den Nord- und Südstaaten der U.S.A. kurz vor Beginn des Bürgerkriegs.

Martha Conway ist bisher eher für ihre Kurzgeschichten bekannt. In diesem Roman beschreibt sie nicht nur Typen sondern sich wandelnde Charaktere, die man mag oder auch nicht. Der Lesefluss wird nie gestört, alle Geschehnisse passen gut zusammen und es bleibt immer genügend Spannung, um das Buch nicht zur Seite legen zu wollen. Ein wunderbarer Schmöker!

CONWAY, M. (2017): Das Schiff der Träume, Goldmann Verlag


Small Talk für Introvertierte

Ist es peinlich, in stillen Gesprächsmomenten auch den Mund zu halten? Weil einem nichts einfällt oder man sich eh in oberflächlichen Gesprächssituationen unwohl fühlt? Wie findet man einen Gesprächspartern, wenn man lieber tief schürfende Gespräche führt – auch mit Unbekannten? Was kann passieren, wenn man einfach mal Small Talk Tipps anwendet? Ich bin halb Intro-, halb Extrovertiert. Das heißt, ich kann ganz gut auf mir fremde Personen zugehen und sie in Gespräche verwickeln. Meist fühle ich mich immer noch unsicher, wenn Gespräche an der Oberfläche dümpeln und irgendwie nichtssagend sind.  Überschwengliche Noch-Unbekannte oder Leute, die mich nach dem dritten Treffen immer noch auf die Säuberungsaktion meiner Herdplatte auf der ich mal versehentlich Plastik geschmolzen habe, ansprechen, sind mir irgendwie unangenehm. Ist ja schon alles gesagt dazu, was kommen die jetzt immer noch damit an… Oder, oder… Weiterlesen


Das Mädchen im Eis

Der erste Band einer neuen Krimi-Serie und dann gleich ein Thriller – nichts, um abends vor dem Einschlafen noch einige Seiten zu lesen. Obwohl die Geschichte ziemlich verhalten angegangen wird, gibts genügend richtig spannende Spannungsbögen. Dazu eine Hauptfigur mit ausbaufähigem, etwas speziellem Hintergrund. Sie eckt an, ist impulsiv und selten berechenbar. Ich fand sie irgendwie liebenswert in ihrer Kantigkeit. Dazu gibt es viele zwischenmenschliche Begegnungen während der Fall gelöst wird, viele Details, die auch im realen Leben so sind beziehungsweise die man so von außen über die Medien mitbekommt. Etwas mehr Nervenkitzel und länger anhaltende Spannung hätten dem Roman gut getan. Aber er ist ein solider und unterhaltsamer Krimi. Kurze Kapitel und ein flüssiger Schreibstil mit manchmal ungeahnten Höhenflügen, so, als ob der Autor sich nur nicht getraut hätte noch mehr thrill hinzuzufügen. Das Ende kommt recht überraschend und plötzlich – jedenfalls gefühlt. Denn im letzten Drittel kommt etliches auf einmal ins Rollen.

Ein gut zu lesender Krimi, der Lust auf mehr Titel macht.

BRYNDZA, R. (2017): Das Mädchen im Eis, Penguin Verlag

Ich bedanke mich für das Leseexemplar!

 


Acht Berge

Zwei Familien, zwei Jungs, zwei Lebensstile und ein Dorf im Aosta-Tal, dazu viel Berge, Natur drumherum. Eine Freundschaft, die zwischen zwei Jungs – einem Hirtenjungen und einem Ferienkind aus der Stadt – entsteht und über Jahrzehnte anhält. Mit zwei völlig unterschiedlichen Lebensentwürfen, Auffassungen von Natur und anderem, die später als Erwachsene kaum gegensätzlicher sein können. Weiterlesen