Realistisch: Der Blaubeergarten

Möchte man ein ziemlich realistisches Buch lesen? Dieses hier schon! Alleinerziehende Mutter arbeitet in PR-Agentur einer australischen Großstadt, ihre Chefin erwartet ebenso wie ihr Hauptkunde, dass sie möglichst rund um die Uhr für sie da zu sein hat, auch am Wochenende. So kommt die Kündigung zügig und nicht gänzlich unerwartet. Was die Hauptfigur allerdings ab dann mit ihrem Leben anstellt, liest sich erst Mal wie eine Kurzschlussreaktion. Und gleichzeitig ziemlich alltagsnah. Jedenfalls für Menschen, die einfach mal ihrer Nase nach gehen und das tun, was sie schon immer mal machen wollten. Und dabei noch ihr Leben umstellen. Weiterlesen

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Knifflig: Todesklänge

Der zweite Band um die Kommissarin aus Rom, die es an die Amalfiküste verschlagen hat, ist sehr knifflig. Vieles dreht sich um Musik, die Auflösung kommt überraschend und mit ihr ist der Krimi noch nicht vorbei. Auch das ist eher selten. Der Fall an sich kommt von Anfang an eher leicht daher und gewinnt fast sofort an Fahrt. Gut gesetzte Spannungsbögen wechseln sich mit Erkenntnissen und im Dunkeln tapsenden Ermittlern ab. Man rät automatisch mit. Fesselnd und doch leicht geschrieben, nimmt Mueller ihre Leser mit an die Amalfiküste, nach Neapel und in die Abgründe der Liebe. Weiterlesen


Bezaubernd: Die grüne Ente

Obwohl ich dieses Buch so wunderbar und bezaubernd finde, fällt mir seine Besprechung schwer. Man muss es lesen, um zu verstehen. Manu Causse verfasste eine an sich schwere Geschichte – Vater am Tiefpunkt seines Lebens, eigener Vater gerade verstorben, eigenes Kind schwer autistisch – so, dass sie berührt und leicht, fast schon schwungvoll gelesen wird. Denn es sind die kleinen Szenen des Lebens und die einzelnen Erzählstränge sowie die Philosophie hinter den Geschichten, die zählen.

Ich habe das E-Book fast in einem Rutsch geschmökert.

MANU CAUSSE (2018): Die grüne Ente, Droemer-Knaur Verlag
Ich bedanke mich bei Droemer für das Rezensionsexemplar (e-Book)!

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Sperrig: Die Ehre der Prätorianer

Es ist ein guter Krimi mit einem sehr sperrigen Romanbeginn. Bis dieser anfängt, gibt es allerdings zuerst einen fachlichen Einblick in das römische Trier samt Fußnoten. Nicht uninteressant, nur an dieser Stelle fand ich es höchst ungewohnt platziert. Ab Seite 23 geht der Roman los. Als ob Uwe Klausner sich erst von dem fachlichen Einstieg hätte lösen und in einen flüssig zu lesenden Romanstil finden müssen, lesen sich die ersten beiden Drittel sehr sperrig. Rein von der Sprache her. Die Geschichte an sich ist gut verständlich. Der Krimi baut sich langsam und erkennbar auf.

Die Sprache wird ab dem letzten Drittel deutlich lockerer und die Geschichte gewinnt an Spannungsbögen. Das Ende überraschte nicht nur die römischen Ermittler sondern auch mich als Leserin.

Verständnisprobleme könnten Leser haben, die weder Latein noch eine romanische Sprache gelernt haben. Einige Redewendungen und manchmal gar kurze Sätze sind in lateinisch gehalten. Ihr Inhalt wird in keiner Form anderweitig vermittelt.

Fazit:
Für mich persönlich passen die Titel dieses Verlags und ich offenbar nicht zusammen. Denn auch die drei anderen aus dem Gmeiner Verlag kamen erst im letzten Drittel „zur Sache“ und zogen sich in den ersten beiden aus unterschiedlichen Gründen teilweise unsäglich in die Länge.

UWE KLAUSNER (2018): Die Ehre der Prätorianer, Gmeiner Verlag
Ich bedanke mich für das Leseexemplar!
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Prima: Ein notwendiges Übel

Der Roman ist ein historischer Krimi der Extraklasse! Man erhält Einblicke in das Leben eines indischen Fürstentums und die Arbeitsweise des Britisch-India-Office. Die Geschichte ist rein fiktiv, sehr locker und fesselnd verfasst mit reichlich viel Raum zum Miträtseln. Die Auflösung gibt es wirklich erst am Ende und sie kam für mich ebenso wie für den Ermittler überraschend. Weiterlesen