Vielschichtig: Die Farbe von Winterkirschen

Eine tragische Familiengeschichte im fernen Japan, eingebettet in die Gegenwart und das atomare Trauma Hiroshimas. Anderes Denken, andere Kultur und damit teils völlig andere Werte und Weltanschauungen als in Europa. Die Autorin hilft ihren Lesern die japanische Handlungs- und Denkweise ihrer Figuren zu verstehen: Jedes Kapitel enthält einen kurzen Prolog dazu und man tut gut daran diesen jeweils zu lesen. Es ist kein leicht zu lesendes Buch, aber eins, dass sich meiner Meinung nach zu lesen lohnt! Weiterlesen

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Bis ans Ende meiner Wege

Anrührend und auf unaufgeregte Weise packend, erlebt man die fürchterliche Diagnose, die die Hauptfigur zu Anfang erhält, mit. Und auch, wie sich binnen weniger Stunden ihr Leben ändert und wozu sie sich entschließt. Das Tolle daran ist: so verwegen und verträumt sich einiges lesen mag, so realistisch wäre es, würde es tatsächlich passieren. Wenn man nur den Mut hat sich vom bisherigen Lebenswandel zu lösen und ihn spontan verändert. Weil man nur noch wenige Wochen zu leben hat.

Die Geschichte ist gut geschrieben, man kann sich die wenigen Figuren gut vor dem inneren Auge vorstellen. Warum sie genauso handeln und wie darum vieles ins Lot kommt. Fein ausgearbeitete Schilderungen wechseln sich mit klar angedeuteten Szenen ab. So wird es auch ohne Spannungsbögen nie langweilig.

Emilia Lint (2017): Bis ans Ende meiner Welt, Goldmann Verlag
Ich bedanke mich beim Verlag für das Leseexemplar!

 


Spannend: Commissaire Le Floch

Paris zur Zeit Ludwig XV. aus der Sicht der damaligen Polizei und der Aufklärung von Verbrechen. Der Roman ist eine Neuauflage und bereits vor siebzehn Jahren das erste Mal in Frankreich erschienen. Dort gelten die „Le Floch Romane“ zu Recht als Geheimtipp historischer Krimis. Dies ist der erste und Parot lockt mit seiner gute Schreibe von der ersten bis zur letzten Zeile in eine vergangene Welt. Weiterlesen


Rau: Das Fell des Bären

Eine Vater-Sohn-Geschichte, die den Traum ein Held zu sein zur Wahrheit werden lässt. Sie spielt in den Dolomiten der 1960-er Jahre. Wer sich mit Initiationen auskennt, wird die typischen Stationen einer klassischen Heldenreise beim Lesen entdeckt. Es gibt verschiedene Prüfungen und auch einen Helfer in Gestalt eines deutschen Eremiten, der in den italienischen Alpen lebt, es gibt den Tod und das Leben. Das alles in einer uralten Grenzregion, wo sich Österreicher, Südtiroler, Deutsche, Venezianer und Italiener treffen und mischen. In der Rituale, Aberglauben und Dorfdialekte gelebt und gesprochen werden. Wo man auch zusammenhält, wenn es denn sein muss.

Es dreht sich vordergründig um die Jagd Weiterlesen


Amüsant: Die Wolkenfischerin

Zu Beginn scheint die Autorin noch den Schreibfluss zu suchen, nach einigen Seiten wurde die Geschichte immer flüssiger und wunderbar. Witzig, locker, mit Tempo und Verwirrungen spielt der Roman größtenteils im Finisterre. Typen, die man sich bildlich vorstellen kann – das betrifft die Hauptpersonen ebenso wie die Nachbarn und Dorfbewohner. Weiterlesen