Piniensommer

Der zweite Band von „Sternenboot“ kann ohne Weiteres für sich alleine stehen. Die Charaktere sind gereift und bekamen Zuwachs, die Geschichte bezaubert mit Natürlichkeit und durch den Schreibstil von Stefanie Gerstenberger. Man kann sich den kleinen Ort und die Villa mit dem abbröckelnden Putz an der sizilianischen Küste gut bildlich vorstellen. Wer das erste Buch kennt, wird überrascht sein, dass bekannte Nebenfiguren nicht mehr missgünstig hinter der Hauptfigur – der unehelichen, einer Tante zur Erziehung zugeschobenen Tochter des verarmten Marchese – hinterher luren sondern sie wie eine normale Dorfbewohnerin behandeln. Diese Tatsache tut dem Roman gut! Weiterlesen


Der Sommer der schwarzen Schafe

Aus der Inhaltsangabe heraus erwartete ich einen Krimi. Tatsächlich besticht dieser Roman mit einer vor sich hin plätschernden Geschichte aus der Perspektive zweier Grundschülerinnen, die in den Sommerferien bei ihren Nachbarn nach Gott suchen. Dabei treten allerlei mehr oder weniger skurrile und engstirnige Eigenarten der Anrainer hervor. Und ja, auch eine Art Krimi, allerdings zerschlägt sich diese Hoffnung ab der Buchmitte wieder.

Zu Beginn ist dieser Roman spritzig und amüsant. Das Gefühl verfliegt leider ziemlich rasch, Weiterlesen


Aus hartem Holz

Die Trägerin des Pulitzerpreises Annie Proulx schrieb einen dicken Schmöker rund um das Verhalten europäischer Einwanderer und Holzfäller. Primär dreht sich der Roman um die Art, wie Einwanderer von den riesigen Urwäldern zwischen Neufundland und den Großen Seen Besitz ergriffen und begannen diese konsequent zu fällen. Ohne einen Gedanken an Aufforstung zu verschwenden, denn diese Wälder sind ja unendlich.
Die Ureinwohner spielen eine Rolle, allerdings völlig anders als gedacht. Zeitlich bewegt sich Proulx zwischen 1627 bis in die Gegenwart. Dazu legte sie zwei Stammfamilien an. Anhand deren Nachfahren und vieler Nebenfiguren springt sie in die verschiedenen, aufeinanderfolgenden Epochen rund um das Fällen der großen Wälder. Weiterlesen


Die Fliederinsel

Was nach einem locker-luftigen Strandroman ausschaut, entpuppt sich als historischer Roman mit Tiefgang.  In zwei Erzählsträngen – einer heute, einer zwischen 1933 und 1945 handelnd – beschreibt Sylvia Lott wie jüdische Familien aus Deutschland in Dänemark aufgenommen; und wie sie innerhalb einer Nacht größtenteils außer Landes ins neutrale Schweden gebracht wurde. Dies gelang, weil die Dänen zusammenhielten, mit der Denkart der Nazis nichts gemein hatten und sich als ein Volk ansahen.

 

Die Erzählstränge

Diese Haltung und wie es zu dieser Nacht kam, beschreibt die Autorin anhand eines Ehepaares, das im Laufe der Zeit zur kleinen Familien wächst. Weiterlesen


Frühlingsglück und Mandelküsse

Ein beschwingter, amüsanter Roman in der Welt der Patisserie eines Wiener Hotels. Emilia Schilling hat es geschafft, eine seichte Geschichte zu schreiben, die sowohl über Spannungsbögen an den richtigen Stellen als auch über ernste Untertöne und die passende Lockerheit verfügt. Ein wunderbares Gemisch, welches sich in einem Rutsch quasi auslesen lässt und immer amüsant ist. Weiterlesen