Die Fliederinsel

Was nach einem locker-luftigen Strandroman ausschaut, entpuppt sich als historischer Roman mit Tiefgang.  In zwei Erzählsträngen – einer heute, einer zwischen 1933 und 1945 handelnd – beschreibt Sylvia Lott wie jüdische Familien aus Deutschland in Dänemark aufgenommen; und wie sie innerhalb einer Nacht größtenteils außer Landes ins neutrale Schweden gebracht wurde. Dies gelang, weil die Dänen zusammenhielten, mit der Denkart der Nazis nichts gemein hatten und sich als ein Volk ansahen.

 

Die Erzählstränge

Diese Haltung und wie es zu dieser Nacht kam, beschreibt die Autorin anhand eines Ehepaares, das im Laufe der Zeit zur kleinen Familien wächst. Weiterlesen


Frühlingsglück und Mandelküsse

Ein beschwingter, amüsanter Roman in der Welt der Patisserie eines Wiener Hotels. Emilia Schilling hat es geschafft, eine seichte Geschichte zu schreiben, die sowohl über Spannungsbögen an den richtigen Stellen als auch über ernste Untertöne und die passende Lockerheit verfügt. Ein wunderbares Gemisch, welches sich in einem Rutsch quasi auslesen lässt und immer amüsant ist. Weiterlesen


Kuhkatze & Schisserkater: 2 Katzenkrimis von Andrea Schacht

Wenn jemand es schafft mehrere Genres miteinander hervorragend zu verweben, dann ist es Andrea Schacht. In diesem Doppelband befinden sich zwei ältere Titel, die nicht aufeinander aufbauen und dennoch gut zusammenpassen. Es sind Katzenkrimis. Beide spielen in der Vergangenheit, kurz vor der Wende ins 20. Jahrhundert und sind sehr unterschiedlich. Die „Spionin im Kurbad“ spielt in Bad Ems zur Zeit als Kaiser, Zaren und Fürsten samt adligem Fußvolk sich das Solewasser inwendig gönnten. Die Menschen und zwei Katzen stehen im Mittelpunkt. Die Hauptpersonen sind auf Anhieb symphatisch, die vermutlichen Bösewichte schnell herausgefiltert und dennoch gibt es zahlreiche Überraschungen, witzige Wendungen und allerhand zum Miträtseln. Das zwei Katzen mit spionieren und sich so ihre eigenen Gedanken machen, diese sogar „ihren“ Menschen auf die ein oder andere Weise mitteilen können, trägt zum Amüsement gravierend bei. Und ist das Verbindende zu dem zweiten Roman „Pantoufle“. Weiterlesen


Hohes Tier

Ein witziger, hinreichend spannender Krimi, der wie der erste Band „Halbe Miete„, sowohl zum Lachen als auch zum Miträtseln bringt. In diesem zweiten Band ist zwar nicht alles logisch aufeinander aufgebaut, aber irgendwie störte es mich gar nicht. Der Inhalt dreht sich dieses Mal um die Welpenmafia und Tierhaltung von Katzen und Hunden. Das Inselleben beschrieb Nadja Quint gut und sowohl so, dass man sich die Landschaft – selbst, wenn man noch nie dort war – und die Typen, die sie im Buch auftreten lässt, bildlich vorstellen kann. Der Krimi an sich taugt vor allem als Strand- beziehungsweise Urlaubslektüre, etwas seicht und herrlich skurril. Weiterlesen


Der zweite Reiter

Wien kurz nach dem Ende des vorletzten Weltkriegs, ein versehrter Polizist, der als angeblich Gesunder wieder voll arbeiten möchte und dies auch tut. Zusammen mit seinem adligen Assistenten, der eigentlich so schnell als möglich den Polizeidienst verlassen möchte und nicht darf. Alex Beer recherchierte umfassend und flicht sowohl Milieusprache als auch historische Zusammenhänge in seinen Roman ein. Die Spannungsbögen sind gut gesetzt und die Geschichte trieb mich voran: ich konnte das Buch nicht zur Seite legen und habe es in einem Rutsch durchgelesen. Weiterlesen