Die Gabe der Könige

Der Auftakt zu einer Fantasyreihe, der es in sich hat. Den Anfang fand ich holprig und musste mich auch erstmal in die Ich-Erzählung einfinden. Ab dem zweiten Kapitel gewinnt der Roman an Dramatik und Dramaturgie deutlich: spannend und flüssig erzählt Robin Hobb über die Welt der so genannten Weitseher, wählt ihre Spannungsbögen gut. Dazu ist der Ich-Erzähler jemand, der mitten im Geschehen steht anstatt am Rande. Eine Figur, die von mehreren Akteuren geprägt wird und selbst lernt Entscheidungen zu treffen, Intrigen aus dem Weg zu gehen und über die „Gabe der Könige“ verfügt. Die Geschichte lebt von vielen Typen, die man sich gut vor dem inneren Auge vorstellen kann: wie sie aussehen mögen ebenso wie ihre Art zu handeln. Hinzu kommt eine dichte Atmosphäre, die mich das Buch kaum aus der Hand legen ließ – perfekt für verregnete Wochenenden 🙂

Ich freue mich bereits auf den zweiten Teil!

HOBB, R. (2017 NA): Die Gabe der Könige, Penhaligon Verlag

Ich bedanke mich beim Verlag für das Leseexemplar!


Willkommen in der Provence

Der Anfang ist stark gewöhnungsbedürftig, eine reine Ich-Erzählung und gelesen-gefühlt ohne Punkt und Komma. Darauf folgen heiter verfasste Seiten auf denen die Geschichte deutlich an Fahrt gewinnt und den „geht gar nicht-“ Stempel verlieren. Leider verliert sich die Autorin im letzten Drittel auf Nebenschauplätzen und arg detaillierten Beschreibungen einer Nebenfigur, die auch nicht in den Status einer Hauptfigur aufsteigt. Insgesamt sehr unrund. Teils locker-leicht geschrieben, teils in einem für mich unerträglich, langatmigen Ich-Erzählungsstil. Die Geschichte an sich ist gar nicht unspannend, aber der Stil ist für mich größtenteils wirklich nicht zu ertragen gewesen.

GUGGISBERG, B. (2017): Willkommen in der Provence, Diana Verlag

Ich bedanke mich für das Leseexemplar!


Wir sind die Guten

Was zu Beginn etwas verwirrend und langatmig wirkt, entpuppt sich spätestens nach drei Kapiteln als vergnügliche Geschichte und ab dem zweiten Viertel als handfester Krimi. Verwirrend sind vor allem die vielen Namen und Details, die Heldt ihren Lesern am Anfang zumutet. Nicht alle sind wirklich nötig, um die Geschichte zu begreifen. Das Durchhalten lohnt sich jedoch. Denn der Krimi entpuppt sich so nach und nach. Vergnügen und gelegentliche Lacher inbegriffen, denn die rüstige Rentnergruppe besteht aus Akteuren, wie man sie in vielen Familien findet. Die Autorin arbeitete das Witzige daran heraus, wohlwissend, wie nervig manche Allüren im wirklichen Leben für die Angehörigen sind. Neben dieser Truppe verblasst die „echte“ Polizei ein wenig. Beide Fälle sind spannend und man knobelt automatisch mit.

Wer witzige Krimis mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Der Fall ist nicht ohne, auch das stellt sich immer mehr heraus. Und am Ende ist man als Leser doch über einige gefühlt zuviele Details vom Anfang froh.

HELDT, D. (2017): Wir sind die Guten, dtv Verlag

Ich bedanke mich für das Leseexemplar beim Verlag!


Das Erdbeermädchen

Ein Roman rund um Edvard Munch und ein Dienstmädchen – erzählt wird ein Sommer am Fjord. In diesem Sommer malt der im Roman eher blass und am Rande des Geschehens dargestellte Munch unter anderem sein Gemälde „Der Schrei“. Vorrangig wird erzählt, wie die Dorfbewohner ihn und andere Maler wahrnehmen, die den Sommer bei ihnen verbringen. Mehr erfährt man aus der Perspektive der Dienstmagd Johanne, die selbst lernt den Pinsel zu schwingen und sich zur Malerei von Munch hingezogen fühlt und ihn mit anderen Augen sieht. Weiterlesen


Rosenstunden

Ein Roman aus drei Perspektiven jeweils als Ich-Erzählungen. Diese Erzählweise irritiert nur am Anfang ein wenig. Jeder Kapitelanfang weist darauf hin, aus welcher Perspektive gerade erzählt wird. Der Titel schließt nahtlos an den vierten Band rund um die Bed & Breakfast Pension in Rose Harbour an. Es geht also weiter und im Gegensatz zum letzten Buch glücklicherweise genauso locker-seicht wie die ersten drei Bände. Ohne jeglichen Tiefgang mit herzlichen Typen und natürlich mit Herzensangelegenheiten: ein reiner Schmöker für ein paar Stunden am Strand, im Liegestuhl oder auf dem Sofa zum geistigen Abschalten 🙂

Leser erfahren mehr über Mark, Weiterlesen