Frühlingsglück und Mandelküsse

Ein beschwingter, amüsanter Roman in der Welt der Patisserie eines Wiener Hotels. Emilia Schilling hat es geschafft, eine seichte Geschichte zu schreiben, die sowohl über Spannungsbögen an den richtigen Stellen als auch über ernste Untertöne und die passende Lockerheit verfügt. Ein wunderbares Gemisch, welches sich in einem Rutsch quasi auslesen lässt und immer amüsant ist. Weiterlesen


Altes Land

Die Suche der Großstädter nach der ländlichen Idylle im Alten Land trifft auf knorrige Bauern und eine unverwüstliche Zahnärztin. Aus Sicht der verschiedenen Typen und besonders der nach dem 2. Weltkrieg aus Pommern geflohenen, heutigen Ärztin im Ruhestand zeichnet die Autorin mal liebevoll, mal etwas garstig ein klares Bild zum Landleben. So, wie es ist und so, wie manche SUV-Fahrer es erwarten.

Ich habe beim Lesen oft geschmunzelt und an einigen Stellen sogar gekringelt vor Lachen. Weiterlesen


Emma, der Kaktus und ich

emmaDer Roman dreht sich rund um den Liebeskummer eines absoluten Anti-Helden, der von seiner lieben Emma abgewiesen wurde und jetzt nur noch seinen Kaktus hat. Kakteen eignen sich ganz besonders zum Zuhören, denn sie widersprechen nicht  – man weiß ja nicht einmal, ob sie einen überhaupt verstehen können.

Christopher Lück schuf mit „Gerd Gerthner“ einen Typen, der nichts auf die Reihe bekommt und den ganzen Roman über im Selbstmitleid versinkt. Er hat sein Leben nicht im Griff und sucht nach der einen Frau im Lebens. Die findet er, nur leider will sie ihn nicht. Daraufhin landet er in einer weiteren Spirale des Selbstmitleids, möchte Suizid begehen, tuts nicht und badet weiter im Sie wissen schon.
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Das Schicksal wartet beim Friseur

162_71447_172033_mEin herrlicher Schmöker, der mit einer ziemlich (ist noch untertrieben) naiven Welteinstellung seitens der Hauptperson aufwartet. Dabei kann sich während des Lesens schon mal das ein oder andere Haar aufrichten. Ansonsten ist der Roman einfach nur witzig und warmherzig verfasst. Zum Erholen, Füße hochlegen und sich geistig in einen Frisiersalon nach Gotland zu versetzen, zu einer, die nicht nur frisiert sondern auch verkuppelt und ihre Mitarbeiter in der Kunst des Ehestiftens unterweist. Wie das Ganze abläuft, was die Routinen unterbricht und warum ausgerechnet die Hauptperson sich in einen Schwindler par excellence verguckt – ist einfach herrlich zu lesen.

Genau richtig für trübe Tage und einen langen Nachmittag voller Lesezeit!

JANSSON, A. (2016): Das Schicksal wartet beim Friseur – Waschen schneiden lieben, btb Verlag

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!