Ein Sommer, ein ganzes Leben

Sie trauert seit neun Jahren und er will niemandem privat zu Last fallen. Dabei stehen beide fest im Leben und sind jeder für sich liebenswerte Gestalten, die sich langsam annähern. Es ist eine Liebesgeschichte und auch wieder nicht. Es geht um Neuanfänge und Hoffnungen, darum, auch mal schwach sein zu dürfen, wenn man immer der oder die Starke sein muss. Muss man?

Feiner Roman, der tiefsinnig auch mal einen Rollstuhlfahrer Weiterlesen

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Ein Kommentar

Unheimlich lesenwert: Vitamin V wie Wohnung

Eigentlich wollte ich zum Mittagessen am Freitag nur kurz ein paar Seiten lesen. Es wurden vier Stunden, die Buchhaltung erledigte ich statt wie geplant nachmittags erst abends. Sie erledigte sich mit Schwung, die Geschichten um Nora, Rhea und Thies noch im Sinn. Es ist ein wunderbarer Schmöker, den Katja Heimann-Kiefer aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Eine Geschichte, die sich mit Schwung in die innere Vorstellungswelt ergießt und keine langweiligen Sequenzen aufweist. Es passiert nicht alle naselang etwas, dennoch ist jeder Satz witzig, unterhaltsam oder spannend und ich gierte darauf mehr zu lesen. Die Zeit flog im Leseflow förmlich dahin. Weiterlesen


Ziemlich unverhofft

Eine Schnulze? So halb. Mit viel Witz und Komik, temporeich und gut erzählt. Selbst Anwältin und in den Journalismus gewechselt, gelang Frauke Schramm ein witziges Buch, das sich im Nu „so weglesen“ lässt. Zwischendrin kringelte ich mich vor Lachen, gingen einige Schüsse eines eifersüchtigen Gockels deutlich nach hinten los oder wuppte die Hauptperson ihre zahlreichen Herausforderungen gar so geschickt amüsant. Weiterlesen


Wie der Wind und das Meer

Eine kleine Notlüge am Anfang setzt ein ganzes Kartenhaus in Gang. Und zerstört fast zwei Leben am Ende. Dieser Streifzug durch die deutsche Geschichte unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg ist ungemein spannend und anschaulich erzählt. Wiederaufbau, Wirtschaftswunder und die Entwicklungen der 1960-er Jahre besonders um Münschen herum gewirt. So entspinnt sich aus der Notlüge ein Faden, der zusammen mit den Einflüssen der handelnden Figuren, der gesellschaftlichen Zwänge und des Chaos ein ganz spezielles Netz spinnt. Eins, dass wie ein Spinnennetz klebt. Etwas bleibt immer zurück und etwas haftet weiter an den lügenden Personen. Die im Übrigen so gearbeitet sind, dass man automatisch mit ihnen mitfühlt und das Beste für sie erhofft. Weiterlesen


Wir sind die Guten

Was zu Beginn etwas verwirrend und langatmig wirkt, entpuppt sich spätestens nach drei Kapiteln als vergnügliche Geschichte und ab dem zweiten Viertel als handfester Krimi. Verwirrend sind vor allem die vielen Namen und Details, die Heldt ihren Lesern am Anfang zumutet. Nicht alle sind wirklich nötig, um die Geschichte zu begreifen. Das Durchhalten lohnt sich jedoch. Denn der Krimi entpuppt sich so nach und nach. Vergnügen und gelegentliche Lacher inbegriffen, denn die rüstige Rentnergruppe besteht aus Akteuren, wie man sie in vielen Familien findet. Die Autorin arbeitete das Witzige daran heraus, wohlwissend, wie nervig manche Allüren im wirklichen Leben für die Angehörigen sind. Neben dieser Truppe verblasst die „echte“ Polizei ein wenig. Beide Fälle sind spannend und man knobelt automatisch mit.

Wer witzige Krimis mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Der Fall ist nicht ohne, auch das stellt sich immer mehr heraus. Und am Ende ist man als Leser doch über einige gefühlt zuviele Details vom Anfang froh.

HELDT, D. (2017): Wir sind die Guten, dtv Verlag

Ich bedanke mich für das Leseexemplar beim Verlag!