Bezaubernd: Die grüne Ente

Obwohl ich dieses Buch so wunderbar und bezaubernd finde, fällt mir seine Besprechung schwer. Man muss es lesen, um zu verstehen. Manu Causse verfasste eine an sich schwere Geschichte – Vater am Tiefpunkt seines Lebens, eigener Vater gerade verstorben, eigenes Kind schwer autistisch – so, dass sie berührt und leicht, fast schon schwungvoll gelesen wird. Denn es sind die kleinen Szenen des Lebens und die einzelnen Erzählstränge sowie die Philosophie hinter den Geschichten, die zählen.

Ich habe das E-Book fast in einem Rutsch geschmökert.

MANU CAUSSE (2018): *Die grüne Ente: Roman Droemer-Knaur Verlag
Ich bedanke mich bei Droemer für das Rezensionsexemplar (e-Book)!

*Wenn du das Buch bei Amazon kaufst, verdiene ich ein paar Cents – du lädst mich sozusagen zu einem Tee ein.
Der Link ist ein Service für dich. Die Verlage stellen mir ihre Bücher zur Verfügung – statt mit Geld bezahle ich sie mit meiner Zeit und Rezension. Ich bleibe dennoch unabhängig in meiner Meinung und bespreche Titel kritisch.

Advertisements


Eindrucksvoll: Als die Tage nach Zimt schmeckten

Zwei Welten werden beschrieben in dieser Familiengeschichte und gleichzeitig erfährt man viel über die Sitten beider Länder. Sitten, die die einen verstören, weil sie keinerlei Höflichkeit gegenüber Orten und Personen darin erkennen. Oder im umgekehrten Fall überfordernde Sitten, weil es soviel zu beachten gilt. Die Geschichte spielt sowohl in Kalifornien als auch in Teheran. Erzählt wird weniger in Dialogen als in Beschreibungen. Man erkennt sehr gut die zwiespältigen Gefühle der in die Fremde geschickten Tochter, damit sie nach dem Fall des Schahs nicht geistig im Iran ersticken möge. Als auch die Gefühle und Haltung der Enkelin, die kein Wort Farsi spricht als ihre Mutter sie nach Teheran mitnimmt, damit sie ihren Großvater kennenlernt bevor er stirbt. Weiterlesen


Literatur: Die Wüstengängerin

Zur Hand genommen und in fast einem Rutsch durchgelesen. Zwei Frauen und zwanzig Jahre dazwischen erkunden aus unterschiedlichen Gründen die Region der Uiguren zwischen Altai-Gebirge und Taklamakan-Wüste. Es dreht sich um die Spannungen zwischen Chinesen und den eingesessenen Völkern, um die Spannungen, die beide Frauen in sich tragen ebenso wie um Suchen. Weiterlesen


Kettenreaktion: Das Meer so nah

Fiona Blum schrieb einen Roman, der anfänglich ziemlich nichtssagend und manchmal auch zu sehr ins Detail gehend die Verwandlung einer Vierzigjährigen beschreibt. Ab dem zweiten Viertel gewinnt die Geschichte an Schwung. Immer noch eher leise, erhält man einen besseren Eindruck von der Hauptperson Lucy Skye und den Typen, denen sie auf ihrem Weg quer durch Irland begegnet. Es gibt mehrere lose Erzählstränge, eine bunte Truppe schrulliger Iren unterschiedlichen Alters und noch einige andere, teilweise kauzige Typen.

Eigentlich ist dieser Roman so etwas wie eine Roadmap: Weiterlesen


Neubeginn: Hortensiensommer

Ein schöner Roman spielt in Sommerhausen und Würzburg, passend zum dahin fließenden Main im Sinne von panta rhei und den steilen Weinbergen, engen Gassen und auch weiten Plätzen und Brücken. Die Orte sind gut gewählt und eignen sich perfekt für diesen Roman, der eben nicht nur heiter und typisch sommerlich dahinplätschernde Geschichte in sich birgt. Heiter auch, aber man merkt ziemlich rasch, dass die Hauptakteurin etwas in sich herumschleppt. Kein Geheimnis, denn ganz Sommerhausen scheint darüber im Bilde zu sein. Weiterlesen