Neubeginn: Hortensiensommer

Ein schöner Roman spielt in Sommerhausen und Würzburg, passend zum dahin fließenden Main im Sinne von panta rhei und den steilen Weinbergen, engen Gassen und auch weiten Plätzen und Brücken. Die Orte sind gut gewählt und eignen sich perfekt für diesen Roman, der eben nicht nur heiter und typisch sommerlich dahinplätschernde Geschichte in sich birgt. Heiter auch, aber man merkt ziemlich rasch, dass die Hauptakteurin etwas in sich herumschleppt. Kein Geheimnis, denn ganz Sommerhausen scheint darüber im Bilde zu sein. Weiterlesen

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Träume wie Sand und Meer

Der dritte Band einer Reihe, aber in sich abgeschlossen. Man kann direkt anfangen das Buch zu lesen und erhält alle nötigen Vorinformationen zu Beginn und immer mal wieder dazwischen eingestreut. Sehr witzig und unterhaltsam verfasst!

Von Beginn an mitreißend erzählt. Die Typen möchte man näher kennenlernen, will wissen, wo das Ganze hinführt und fiebert irgendwie spätestens ab dem dritten Kapitel mit ihnen mit. Witzig, freundschaftlich erzählt und so, dass man sich die Handlungen nebst Personen bildlich gut vorstellen kann. Einige Miesepeter sind in der Geschichte vertreten – ohne sie wäre der Roman nicht halb so gut. Die Hauptperson Tine erlebt eine Geschichte mit ernsthaftem Charakter, die sich nach und nach mit mehr oder weniger erhöhter Spannung bis zum sich zuspitzenden Ende hervorragend aufbaut.

Als Bettlektüre total ungeeignet, es sei denn, man möchte die ganze Nacht lesen 😀

 

Beatriz Williams (2016/ NA 2018): Träume wie Sand und Meer, Blanvalet Verlag

Ich bedanke mich beim Verlag für das Lese-e-pub :-)!


Gute Sofa-Lektüre: Die Blütentöchter

Ein historischer Roman, ein langer Nachmittag, ein Sofa – in einem Rutsch geschmökert und bestens unterhalten worden! Die Geschichte spielt im 13. Jahrhundert, ist total erfunden, nimmt allerdings einige wahre Begebenheiten als Rahmenhandlung auf. Die „Guten“ und die „Bösen“ sind klar definiert, es gibt einen klaren Handlungsrahmen und gut gesetzte Spannungsbögen. Drei, manchmal auch vier Erzählstränge wechseln sich unkompliziert ab und füttern das Leserhirn mit inneren Bildern, bringen es zum mitfiebern.

Kurz: unterhaltsam ohne historisch zu sehr in die Tiefe zu gehen mit einer sehr speziellen Geschichte, die ich so oder so ähnlich noch in keinem Buch las. Bei Minus zwölf Grad Außentemperatur und stechend-kaltem Ostwind bot dieses Buch eine wunderbare Zuflucht.

Joël Tan (2018): Die Blütentöchter, Blanvalet Verlag

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!


Witzig: Die Blumenschwestern

Der Beginn wirkt wie ein endlos scheinender Monolog. Bleibt man dran und gönnt dem Roman eine Chance, fängt die Geschichte ab dem zweiten Kapitel an sich flüssig zu lesen. Spannend auf eine gewisse, innere Art. Drei Schwestern lernen sich nach dem Tod ihrer Mutter durch Vorgaben ihres Testamentes wieder neu kennen. Dabei gibt es peinliche wie auch urkomische Szenen als auch tiefe Einblicke in  das Seelenleben der drei als Kind und heute. Erzählt wird die ganze Chose aus drei Perspektiven und immer in der Gegenwart. So lernt man jede der Schwestern genauer kennen und bekommt so viel Hintergrunddetails wie nötig geliefert, um mehr lesen zu wollen. Weiterlesen


Ein Kommentar

Unheimlich lesenwert: Vitamin V wie Wohnung

Eigentlich wollte ich zum Mittagessen am Freitag nur kurz ein paar Seiten lesen. Es wurden vier Stunden, die Buchhaltung erledigte ich statt wie geplant nachmittags erst abends. Sie erledigte sich mit Schwung, die Geschichten um Nora, Rhea und Thies noch im Sinn. Es ist ein wunderbarer Schmöker, den Katja Heimann-Kiefer aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Eine Geschichte, die sich mit Schwung in die innere Vorstellungswelt ergießt und keine langweiligen Sequenzen aufweist. Es passiert nicht alle naselang etwas, dennoch ist jeder Satz witzig, unterhaltsam oder spannend und ich gierte darauf mehr zu lesen. Die Zeit flog im Leseflow förmlich dahin. Weiterlesen