Amüsant: Der Buchliebhaber

Ein moderner Krimi mit historischen Elementen samt einigenrLängen durch zu detaillierte Beschreibungen, unter anderem der beschriebenen Kathedrale von Barchester. Aber vornehmlich ein historischer Roman mit viel Abenteuerflair, Büchern, Geschichte rund um König Artus und seine Runde sowie einer weiteren Sage. Das Ganze, gut miteinander verquickt, spielt sich weitestgehend in einer Bibliothek ab, die bisher den Zug in die Moderne verpasst hat. Die Moderne ist übrigens das Heute.

Ein verstaubt wirkender Leser und eine quirlige junge Frau mit Hang zur Technik sind die Hauptfiguren. Sie verhalten sich gegensätzlich und ihre Dialoge sind, so wie Charlie Lovett sie angelegt hat, höchst ergötzlich. Ein Schlagabtausch folgt gewitzt dem nächsten, nebenbei kommt der Krimi gut in Gang. Mit Würze und einigen Längen an den Anfängen der Kapitel, die sich allerdings locker überschlagen lassen und dem eigentlichen Roman keinerlei Mißtöne entlocken.

 

LOVETT, C. (2017): Der Buchliebhaber, Goldmann Verlag

Ich bedanke mich beim Verlag für das Leseexemplar!

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Fade: Der Schatzmeister des Königs

Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut. Leider entspricht es so gar nicht meinen Vorstellungen von gemütlichem Schmökern. Ob es am Übersetzer oder bereits am Schreibstil des Autors lag? Keine Ahnung. Die Ich-Erzählung zieht sich zäh und langweilig durchs gesamte Buch. Für Leser, die gerne mal Romane von Ken Follett, Andrea Schacht oder Rebecca Gablé zur Hand nehmen – Bücher, deren Figuren ausgearbeitet und historische Zusammenhänge sehr gut recherchiert sind, ist dieses Buch eine Zumutung. Man hätte wesentlich mehr aus dem „Stoff“ herausholen können, die Geschichte vor dem inneren Auge Revue passieren lassen und geschichtliches Wissen auf spannende Weise auffrischen können. All dies wurde nicht einmal ansatzweise versucht. Stattdessen ist der Roman nur tödlich langweilig und wartet mit einfachen Sätzen auf.

Jean-Christophe Rufin: Der Schatzmeister des Königs, C. Bertelsmann Verlag
Danke für das Leseexemplar!


Das Schiff der Träume

Der kitschige Titel mit dem romantischen Titelbild bereitet so gar nicht auf eine spannende, abenteuerliche Geschichte mit historischem Lokalkolorit vor. Die Hauptperson ist zu Beginn ein graues Mäuschen im Schatten der großen Cousine und muss nach einem speziellen Ereignis plötzlich auf eigenen Füßen stehen. Beschrieben wird vor allem, wie sie sich behaupten muss und es auf ihre besonderes, leicht an autistisches Verhalten erinnernd, dann auch tut. Sie fügt sich in eine ihr ziemlich neue Welt ein, wird gefördert und akzeptiert, so, wie sie ist. Hinzu kommen die Spannungen zwischen den Nord- und Südstaaten der U.S.A. kurz vor Beginn des Bürgerkriegs.

Martha Conway ist bisher eher für ihre Kurzgeschichten bekannt. In diesem Roman beschreibt sie nicht nur Typen sondern sich wandelnde Charaktere, die man mag oder auch nicht. Der Lesefluss wird nie gestört, alle Geschehnisse passen gut zusammen und es bleibt immer genügend Spannung, um das Buch nicht zur Seite legen zu wollen. Ein wunderbarer Schmöker!

CONWAY, M. (2017): Das Schiff der Träume, Goldmann Verlag


Der Weg des Inquisitors

Eine mittelalterlich anmutende Welt – so wirkt sie jedenfalls in den ersten beiden Kapiteln. Aber dann überschlagen sich einige Ereignisse und es wird glasklar: Frank Rehfeld hat wieder einen Fantasy-Roman verfasst. Und zwar einen der ohne die typischen Protagonisten wie Elfen auskommt. Dafür allerdings mit dämonischen Kräften aufwartet, die allerdings eher im Hintergrund schlummern und erst zum Ende des Buches erwachen. Es gibt einen Cliffhanger und die Erwartung auf den zweiten Band wächst. (Er wird im Dezember erscheinen). Weiterlesen


Die Magie der tausend Welten – Die Mächtige

Ohne vorher zu wissen, dass es der Abschlussband einer Trilogie ist, hat mich das Buch von der ersten Seite an gefesselt. Alles in allem eine ungewöhnliche Fantasy-Geschichte in der man nichts Abgeschriebenes oder Inspiriertes von anderen Romanen findet. Und auch ohne die vorherigen beiden Bände zu kennen, konnte ich verstehen, worum es ging. Dies allein ist bereits fantastatisch.

Gut geschrieben, ohne fantasievolle Ausschmückungen und mit vielen, magischen, in sich stimmigen Welten liest sich der Roman in einem Zug durch. Ich konnte mir die Akteure bildlich vorstellen und verstand durch die kurzen Ausführungen auch ihr Handeln gut. Es war größtenteils nachvollziehbar. Auch geht die Autorin nie zu sehr ins Detail sondern beschreibt kurz und bündig neue Situationen ohne dass das besondere Flair ihres Romans darunter leiden würde. Kraftvoll und interessant, ein Fantasy-Abenteuer erster Klasse!

CANAVAN, T. (2017): Die Magie der tausend Welten – Die Mächtige, Penhaligon Verlag
Ich bedanke mich beim Verlag für das Leseexemplar!