Frühlingsglück und Mandelküsse

Ein beschwingter, amüsanter Roman in der Welt der Patisserie eines Wiener Hotels. Emilia Schilling hat es geschafft, eine seichte Geschichte zu schreiben, die sowohl über Spannungsbögen an den richtigen Stellen als auch über ernste Untertöne und die passende Lockerheit verfügt. Ein wunderbares Gemisch, welches sich in einem Rutsch quasi auslesen lässt und immer amüsant ist. Weiterlesen


Kuhkatze & Schisserkater: 2 Katzenkrimis von Andrea Schacht

Wenn jemand es schafft mehrere Genres miteinander hervorragend zu verweben, dann ist es Andrea Schacht. In diesem Doppelband befinden sich zwei ältere Titel, die nicht aufeinander aufbauen und dennoch gut zusammenpassen. Es sind Katzenkrimis. Beide spielen in der Vergangenheit, kurz vor der Wende ins 20. Jahrhundert und sind sehr unterschiedlich. Die „Spionin im Kurbad“ spielt in Bad Ems zur Zeit als Kaiser, Zaren und Fürsten samt adligem Fußvolk sich das Solewasser inwendig gönnten. Die Menschen und zwei Katzen stehen im Mittelpunkt. Die Hauptpersonen sind auf Anhieb symphatisch, die vermutlichen Bösewichte schnell herausgefiltert und dennoch gibt es zahlreiche Überraschungen, witzige Wendungen und allerhand zum Miträtseln. Das zwei Katzen mit spionieren und sich so ihre eigenen Gedanken machen, diese sogar „ihren“ Menschen auf die ein oder andere Weise mitteilen können, trägt zum Amüsement gravierend bei. Und ist das Verbindende zu dem zweiten Roman „Pantoufle“. Weiterlesen


An der Ostsee sagt man nicht Amore

Als ich das Buch angefragt habe, inspirierte mich die Inhaltsangabe und ja, zugegeben, auch das Titelbild. Der Erzählstil der Autorin jedoch ist nicht meiner. Die Geschichte an sich haut mich nicht vom Hocker. Erst recht nicht als im letzten Drittel des Romans klar wird, warum die Braut halsüberkopf nach Rügen flüchtete.

Es beginnt mit einer endlosen Ich-Erzählung mit lauter nichtssagenden Inhalten aus der Sicht der Hauptfigur, so gänzlich kopflos  uninteressant, dass ich seitenweise überblättert habe. Der Schreibstil zieht sich durch und ich merke wieder einmal:
mit oberflächlichen Typen – ob real lebend oder fiktiv – kann ich so überhaupt nichts anfangen! Und diese Figur ist fürchterlich flach. Erst im letzten Drittel wäscht ihre Schwester ihr den Kopf und als klar wird, was der liebe Bräutigam „verbrochen“ hat, denke ich nur „Kopftisch“ und klappe das Buch zu.

JENSEN, K. (2016): An der Ostsee sagt man nicht Amore, Heyne
Ich bedanke mich beim Verlag für Leseexemplar


Das Haus am Fluss

Gesehen, durchgeblättert und für lesenswert befunden. Leider war beim Durchblättern nicht ersichtlich, dass die Geschichte sehr fad erzählt wird. Denn zu Beginn ließ sich alles noch gut an: amüsanter Schreibstil, zwei Erzählstränge – einer in der Vergangenheit und einer in der Gegenwart handelnd – und eine pfiffige Geschichte. Die alte Geschichte liest sich zwar relativ harmlos, allerdings wird vieles bis ins kleinste Detail erzählt. Und das langweilt mich. Der zweite Erzählstrang im Heute ist etwas besser, flacht zusehends ab der Romanmitte ab. Die Autorin scheint sich verzettelt zu haben, denn viele Dinge werden angerissen aus denen man sicherlich mehr hätte andenken können. So bleibt die Geschichte des Hauses samt Garten mit alter Orangerie kurz vor der Elbmündung stecken. Während sich zwar die Geschehnisse rund um das Geheimnis des Haus am Ende lüften, aber bei mir ein fader Beigeschmack von „hätte besser sein können“ blieb.

Auch Personen, die zu Beginn und noch in der Mitte wichtig waren, spielen am Ende gar keine Rolle mehr, tauchen nur noch am Rande auf. Eigentlich gibt es im letzten Drittel des Titel gar keine Hauptfiguren mehr und genau dies stört gewaltig beim Lesen.

HEITMANN, T. (2017): Das Haus am Fluss, Blanvalet Verlag


Meerblick inklusive

Am Anfang wird die Geschichte noch etwas flapsig erzählt, ein wenig alltäglich, unrund. Ab der Mitte des ersten Drittels verändert sich der Schreibstil zum Besseren. Ich konnte mich sowohl in die unterschiedlichen Akteure einfühlen als auch auf die Insel einlassen, fieberte bei der Suche nach der entwischten Oma mit und grinste mir häufiger eins! Das Bild eines Mannes mit Trommel und Geweih Weiterlesen