Witzig: Astérix et la Transitalique

Zur Zeit poliere ich meine Französischkenntnisse auf und habe mir – natürlich nur! – aus diesem Grund mal wieder einen Asterix gegönnt. Nach dem „Papyrus“-Band rund um Wikeleaks und Public Relations ist dies der zweite Asterix, den ich von dem neuen Autorenpaar gelesen habe.

Die Story ist etwas lahm, kein Vergleich mit „Asterix erobert Rom“ oder dem Band bei den Briten gar. Auch stören immer noch die Majuskeln in den Sprechblasen. Sie erschweren den Lesenfluss. Die Zeichnungen fand ich zunehmend genial: Achtbeinige Rösser in Anlehnung an Sleipnir, russische Pferde im Stechtrab… und ähnliches mehr. Auch die Ideen auf der Reise unterwegs sind witzig.

Fazit: Lohnt sich immer noch 🙂

JEAN-YVES FERRI, DIDIER CONRAD (2018): Astérix et la Transitalique, Les editions Albert René

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Harmony – Ein Pferd für immer

Ein einfach zu lesendes und flüssigleicht erzähltes Buch, das sich rund um das „Natural Horsemanship“ dreht. Diese Trainingsmethode ist einwandfrei erklärt und so gut in die Geschichte integriert, dass man einfach weiterlesen muss. Zwar ein Roman für Jugendliche, aber einer, der tiefer blicken lässt und anhand der Figur der Jennifer aufzeigt, was im Umkreis einer Großstadt alles an Unterbringungen für Pferde angeboten wird. Und auch, dass Jugendliche manchmal dazu neigen ein wenig zu selbstständig agieren zu wollen, sich dabei zu viel aufbürden und Perfektionismus nicht das Hauptziel sein muss. Auch die geschiedenen Eltern der Figur lernen dazu.

Etwas heikel finde ich die Beschreibung eines so genannten Tier-Geistheilers, eines Tierheilpraktikers der mit dem betreffenden, kranken Pferd über Kilometer kommunizieren kann ohne das sich beide je begegnet wären. Wirkte allerdings nur auf mich seltsam, der reitende Sohn eines Freundes fand das Buch ganz wunderbar, eben wegen solcher mystischen Sperenzchen 🙂

Gut geschrieben, spannend und locker erzählt! Die letzten Buchseiten beinhalten ein Glossar der reiterlichen Fachbegriffe.

 

MEYER-KAHLEN, A. (2017): Harmony – Ein Pferd für immer, cbj
Ich bedanke mich beim Verlag für das Leseexemplar!


Anschlag von rechts

Beim Lesen dachte ich, dass dieses Jugendbuch Schullektüre sein sollte. Denn erstens deckt Reiner Engelmann die Hintergründe zu einem real stattgefundenden Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft auf. Und zweitens gibt er sehr gute Einblicke in die Perspektive handelnder Akteure. Bereits beim Lesen des Prologs denkt man sich seinen Teil. Dann erhält man die Sichtweise von mehreren Geflüchteten, warum sie konkret den Weg nach Europa und wie sie in Deutschland landeten. Dann, wie es zu dem Anschlag kam und dazu die Sichtweise der Mütter der Täter und letzterer selbst. Die drei Täter werden ebenfalls gut beschrieben, man erfährt ihre Art zu agieren, naiv zu denken und erkennt, dass sie von Wut auf ein anscheinend perspektivloses Leben und dazu auf der Suche nach Anerkennung sind. Sie trinken viel Alkohol und stacheln sich gegenseitig in ihrer Wut auf. Sündenböcke finden sich leicht: Ausländer, die nichts haben und alles bekommen, was ihnen fehlt… Im dritten Teil nimmt sich Engelmann den Prozess vor, beleuchtet das richterliche Urteil und die darauffolgenden Reaktionen.

Auf die Art der inhaltlichen Zusammenstellung entstand ein sehr eindringliches, hochaktuelles Buch. Nicht nur für Jugendliche lesenswert.

ENGELMANN, R. (2017): Anschlag von rechts, cbj Verlag

Ich danke dem Verlag für das Leseexemplar!


Bücherpiraten suchen Dauerspender

sommerferienDie Bücherpiraten sind ein gemeinnütziger Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, Kinder und Jugendliche fürs Lesen zu begeistern. Im Lübecker Kinderliteraturhaus treffen sich Lese- und Schreibgruppen, Poetry Slammer und die Redaktion eines Online-Literaturmagazins.
Das Leseförderungsprojekt „Geschichten-Sucher“ reiste bereits durch mehr als 300 Kitas. Und das Projekt „1001 Sprache“ ermöglicht es Kindern aus aller Welt Bilderbücher in ihrer Muttersprache zu lesen: unter Weiterlesen


Winterpferde

51HomqO+FCL._SX324_BO1,204,203,200_Der Krimi-Spezialist Philipp Kerr schrieb ein Jugendbuch, das wie ein Pferdebuch für Mädchen wirkt. Es ist jedoch viel, viel mehr. Eine Geschichte, die sich Mitte der 1940-er Jahre in der ukrainischen Steppe abspielt und einen guten Kern Wahrheit enthält. Denn die Armee Hitlers liess auf ihrem Marsch gen Moskau tatsächlich die Pferde des Reservats abschießen und trug so zum Fast-Aussterben der Przewalski-Pferde massiv bei. Die Armee spielt eine große Rolle in diesem Pferdebuch. Die Hauptrollen tragen eine Waise, zwei Przewalski-Pferde, ein alter Wolfshund und ein Greis. Also doch eine Mädchen-Pferde-Geschichte? Jein.  Weiterlesen