Spannend: Das Novembermädchen

Ein historischer Roman, der sich um die Gründung der ersten Volksküchen Berlins und ihrer Gründerin dreht. Ein Roman, der es in sich hat. Denn Katrin Tempel recherchierte vorher offensichtlich ausgiebig, probierte sogar Rezepte der damaligen Volksküchen aus und verfeinerte sie für heutige Gaumen. „Deutlich weniger Butter!“

Der Titel passt gut und führt anfänglich in die Irre. Denn es fängt zwar mit dem einstigen Mädchen Lina Morgenstern an, Weiterlesen

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Fesselnd: Deutsches Haus

Es ist sehr gut geschrieben. Kein Wort zuviel, das Ungesagte wird durch angedeutete Beschreibungen sofort erfasst. Die Geschichte baut sich nach und nach auf. Man lernt die Figuren kennen, ahnt zunächst nur, worum sich der Roman später eindringlich dreht und findet sich im Jahr 1963 zurecht. Zwischen einer Frau, deren Verlobter beim Auftraggeber telefonisch den Auftrag entzieht, weil er nicht will, dass sie beim 1. Ausschwitz-Prozess dolmetscht. In einem Jahrzehnt zwischen Wirtschaftswunder, Winnetou auf der Leinwand, dass dem jetzigen 2018 doch irgendwie ähnlich sieht: bloß keine alten Kriegsverbrechen auf den Tisch kommen lassen und Leuten, die das genau andersrum sehen. Weiterlesen


Lokalkolorit: Provenzalisches Feuer

Ein spannender Krimi mit historischem Hintergrund! Gut geschrieben, fesselt die Geschichte von der ersten Seite an. Es dreht sich sowohl um die alten Dialekte der okzitanischen Sprache, die von der französischen Regierung seit Jahrzehnten unterdrückt werden, als auch um das fragile Gleichgewicht zwischen Tourismus und echtem Dorfleben. Weiterlesen


Sperrig: Die Ehre der Prätorianer

Es ist ein guter Krimi mit einem sehr sperrigen Romanbeginn. Bis dieser anfängt, gibt es allerdings zuerst einen fachlichen Einblick in das römische Trier samt Fußnoten. Nicht uninteressant, nur an dieser Stelle fand ich es höchst ungewohnt platziert. Ab Seite 23 geht der Roman los. Als ob Uwe Klausner sich erst von dem fachlichen Einstieg hätte lösen und in einen flüssig zu lesenden Romanstil finden müssen, lesen sich die ersten beiden Drittel sehr sperrig. Rein von der Sprache her. Die Geschichte an sich ist gut verständlich. Der Krimi baut sich langsam und erkennbar auf.

Die Sprache wird ab dem letzten Drittel deutlich lockerer und die Geschichte gewinnt an Spannungsbögen. Das Ende überraschte nicht nur die römischen Ermittler sondern auch mich als Leserin.

Verständnisprobleme könnten Leser haben, die weder Latein noch eine romanische Sprache gelernt haben. Einige Redewendungen und manchmal gar kurze Sätze sind in lateinisch gehalten. Ihr Inhalt wird in keiner Form anderweitig vermittelt.

Fazit:
Für mich persönlich passen die Titel dieses Verlags und ich offenbar nicht zusammen. Denn auch die drei anderen aus dem Gmeiner Verlag kamen erst im letzten Drittel „zur Sache“ und zogen sich in den ersten beiden aus unterschiedlichen Gründen teilweise unsäglich in die Länge.

UWE KLAUSNER (2018): * Die Ehre der Prätorianer: Historischer Roman (Historische Romane im GMEINER-Verlag) Gmeiner Verlag
Ich bedanke mich für das Leseexemplar!

*Wenn du das Buch bei Amazon kaufst, verdiene ich ein paar Cents – du lädst mich sozusagen zu einem Tee ein.
Der Link ist ein Service für dich. Die Verlage stellen mir ihre Bücher zur Verfügung – statt mit Geld bezahle ich sie mit meiner Zeit und Rezension. Ich bleibe dennoch unabhängig in meiner Meinung und bespreche Titel kritisch.

 


Langatmig: Das Weingut Tl. 1

Ein Roman mit historischen Zusammenhängen zwischen 1850 bis 1871 im nördlichen Zipfel des Elsass handelnd. Er beginnt spannend und dramatisch, man möchte mehr lesen und wissen, wie es weiter geht mit der gerade erst geborenen Hauptfigur. Sehr anschaulich erläutert Marie Lacrosse das Zusammenspiel der deutschen und französischen Bevölkerung, die verschiedenen Mundarten und das bis zum Ausbruch des kurzen Krieges friedliche Miteinander wird locker in die Geschichte eingebunden. Diese ist bis dahin spannend. So, dass man sich die einzelnen Figuren, ihre Handlungsweise und ihr Leben gut bildlich vorstellen kann. Weiterlesen