Nett: Der Spielmann

Goethes Faust – wer kennt ihn nicht? Die Gestalt des Faustus existierte wirklich und Oliver Plötzsch erzählt seine Geschichte auf seine Weise. Der Teufel spielt von Beginn an mit und zeigt sich in unterschiedlichen Personen. Immer wieder versuchend, Faustus in seinen Bann der schwarzen Magie zu ziehen und zu bannen. Darüber hinaus erlebt man das Mittelalter von seiner charmanten Seite aus der Sicht von Gauklern, Kaufleuten und Wirten ebenso wie die Faszinationen, die Aberglauben und kirchliche Traditionen an Halt boten.

Gut erzählt und Weiterlesen

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Spannend: Das Novembermädchen

Ein historischer Roman, der sich um die Gründung der ersten Volksküchen Berlins und ihrer Gründerin dreht. Ein Roman, der es in sich hat. Denn Katrin Tempel recherchierte vorher offensichtlich ausgiebig, probierte sogar Rezepte der damaligen Volksküchen aus und verfeinerte sie für heutige Gaumen. „Deutlich weniger Butter!“

Der Titel passt gut und führt anfänglich in die Irre. Denn es fängt zwar mit dem einstigen Mädchen Lina Morgenstern an, Weiterlesen


Fesselnd: Deutsches Haus

Es ist sehr gut geschrieben. Kein Wort zuviel, das Ungesagte wird durch angedeutete Beschreibungen sofort erfasst. Die Geschichte baut sich nach und nach auf. Man lernt die Figuren kennen, ahnt zunächst nur, worum sich der Roman später eindringlich dreht und findet sich im Jahr 1963 zurecht. Zwischen einer Frau, deren Verlobter beim Auftraggeber telefonisch den Auftrag entzieht, weil er nicht will, dass sie beim 1. Ausschwitz-Prozess dolmetscht. In einem Jahrzehnt zwischen Wirtschaftswunder, Winnetou auf der Leinwand, dass dem jetzigen 2018 doch irgendwie ähnlich sieht: bloß keine alten Kriegsverbrechen auf den Tisch kommen lassen und Leuten, die das genau andersrum sehen. Weiterlesen


Ungeschönt: Die Fotografin – Am Anfang des Weges

Die neue Geschichte von Petra Durst-Benning handelt wie gewohnt von einer mutigen Frau, die ihr Schicksal um die Jahrhundertwende selbst in die Hand nimmt. Als Leser erfährt man allerdings auch viel über den Pietismus in Schwaben und das Leben auf der Schwäbischen Alb. Ebenso über die unterschiedlichen Lebenswelten in einem ungeraden Dreieck zwischen Baden-Baden, Isny und Laichingen (Alb).
Da sich die Hauptperson Mimi nach ihrem behüteten Leben als Pfarrerstochter wie ihr Onkel als Wanderfotografin selbstständig macht, gab ihr die Autorin die benötigte Pfiffigkeit und Geschäftssinn mit auf den Weg. So ist dieser Titel sowohl spannend als auch vergnüglich zu lesen Weiterlesen


Tiefgang: Die Tote im Wannsee

Ein historischer Krimi mit guten belletristischen Anteilen! Die Spannung lauert stets im Hintergrund. Die Geschichte spielt im Berlin zur Zeit der Studentenproteste und nimmt sowohl Agenten des Staatsschutzes der BRD als auch der DDR ins Visier. Dazu wird mehr oder weniger unterschwellig deutlich, das immer noch Nazis obere Ränge bekleideten. Ein Fakt, der gerne vergessen wird, auch heutzutage und immer noch aktuell ist.

Der Ermittler ist Polizist, verlor seine Mutter im Krieg, sein Vater arbeitete früher mit seinem derzeitigen Chef Weiterlesen