Spannend: Commissaire Le Floch

Paris zur Zeit Ludwig XV. aus der Sicht der damaligen Polizei und der Aufklärung von Verbrechen. Der Roman ist eine Neuauflage und bereits vor siebzehn Jahren das erste Mal in Frankreich erschienen. Dort gelten die „Le Floch Romane“ zu Recht als Geheimtipp historischer Krimis. Dies ist der erste und Parot lockt mit seiner gute Schreibe von der ersten bis zur letzten Zeile in eine vergangene Welt. Weiterlesen

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Langatmig: Die Zeit der Rose

Im viktorianischen Zeitalter handelnd, kommt dieser Roman wenig aussagekräftig daher. Ein wenig wie ein „Rosamunde-Pilcher-Film“ 😉 mit vielen Beschreibungen der Landschaft und der Familienverhältnisse. Im ersten Drittel liest sich das Eintauchen in den Alltag der Akteure noch vielversprechend. Leider wird es ab der Buchmitte immer merkwürdiger und unrealistischer, der Rote Faden bricht teilweise ab. So fehlen sowohl geschichtliche Hintergründe zum – in diesem Fall – Bau von Eisenbahnen in England als auch wie die Menschen darauf reagierten – gerade in eher sehr ländlich geprägten Gebieten. Dagegen steht eine adlige, junge Frau, die gerne etwas mehr als nur Tee trinken, Charity-Veranstaltungen organisieren und sticken möchte. Sie wirkt zu Beginn noch vielversprechend und etwas forsch. Später passen ihre Aktionen überhaupt nicht mehr ins Bild.

Sehr zäh und leider enttäuschend.

Heather Cooper (2017): Die Zeit der Rose, Goldmann Verlag

Ich bedanke mich für das Leseexemplar!


Auftakt: Das Gutshaus – glanzvolle Zeiten

Wie schon die Saga um die Dynastie der Bewohner der „Tuchvilla“ ist auch dieses Buch der Auftakt zu einer neuen Serie von Anna Jacobs. Zwei Erzählstränge lotsen den Leser durch die Wirren der 1940-er und 1990-er Jahre. Einmal durch den Verlust des Gutes, einmal durch die Wiedererlangung des alten Besitzes durch die Erben nach dem Mauerfall. Was erstmal nicht so glücklich gewählt klingt, wirkt sich beim Lesen deutlich harmonischer aus. Denn Anne Jacobs zeigt die Parallelen beider Zeiten auf und darüber hinaus lässt sie ihre Figuren in die Tiefe gehen.

Ja, ein tiefgründiger Unterhaltungsroman, einer bei dem man als Leser etwas lernen kann. Solche Romane sind mir die Liebsten, nicht nur spannend und gut geschrieben sondern auch etwas zum geistigen Mitnehmen und Wiederverwerten dabei. Ein belletristisches Überraschungsei sozusagen, ein richtig guter Schmöker!

JACOBS, A. (2017): Das Gutshaus – glanzvolle Zeiten, Bd. 1, blanvalet Verlag

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!


Das Erdbeermädchen

Ein Roman rund um Edvard Munch und ein Dienstmädchen – erzählt wird ein Sommer am Fjord. In diesem Sommer malt der im Roman eher blass und am Rande des Geschehens dargestellte Munch unter anderem sein Gemälde „Der Schrei“. Vorrangig wird erzählt, wie die Dorfbewohner ihn und andere Maler wahrnehmen, die den Sommer bei ihnen verbringen. Mehr erfährt man aus der Perspektive der Dienstmagd Johanne, die selbst lernt den Pinsel zu schwingen und sich zur Malerei von Munch hingezogen fühlt und ihn mit anderen Augen sieht. Weiterlesen


Aus hartem Holz

Die Trägerin des Pulitzerpreises Annie Proulx schrieb einen dicken Schmöker rund um das Verhalten europäischer Einwanderer und Holzfäller. Primär dreht sich der Roman um die Art, wie Einwanderer von den riesigen Urwäldern zwischen Neufundland und den Großen Seen Besitz ergriffen und begannen diese konsequent zu fällen. Ohne einen Gedanken an Aufforstung zu verschwenden, denn diese Wälder sind ja unendlich.
Die Ureinwohner spielen eine Rolle, allerdings völlig anders als gedacht. Zeitlich bewegt sich Proulx zwischen 1627 bis in die Gegenwart. Dazu legte sie zwei Stammfamilien an. Anhand deren Nachfahren und vieler Nebenfiguren springt sie in die verschiedenen, aufeinanderfolgenden Epochen rund um das Fällen der großen Wälder. Weiterlesen