Die Fliederinsel

Was nach einem locker-luftigen Strandroman ausschaut, entpuppt sich als historischer Roman mit Tiefgang.  In zwei Erzählsträngen – einer heute, einer zwischen 1933 und 1945 handelnd – beschreibt Sylvia Lott wie jüdische Familien aus Deutschland in Dänemark aufgenommen; und wie sie innerhalb einer Nacht größtenteils außer Landes ins neutrale Schweden gebracht wurde. Dies gelang, weil die Dänen zusammenhielten, mit der Denkart der Nazis nichts gemein hatten und sich als ein Volk ansahen.

 

Die Erzählstränge

Diese Haltung und wie es zu dieser Nacht kam, beschreibt die Autorin anhand eines Ehepaares, das im Laufe der Zeit zur kleinen Familien wächst. Weiterlesen


Das Haus am Fluss

Gesehen, durchgeblättert und für lesenswert befunden. Leider war beim Durchblättern nicht ersichtlich, dass die Geschichte sehr fad erzählt wird. Denn zu Beginn ließ sich alles noch gut an: amüsanter Schreibstil, zwei Erzählstränge – einer in der Vergangenheit und einer in der Gegenwart handelnd – und eine pfiffige Geschichte. Die alte Geschichte liest sich zwar relativ harmlos, allerdings wird vieles bis ins kleinste Detail erzählt. Und das langweilt mich. Der zweite Erzählstrang im Heute ist etwas besser, flacht zusehends ab der Romanmitte ab. Die Autorin scheint sich verzettelt zu haben, denn viele Dinge werden angerissen aus denen man sicherlich mehr hätte andenken können. So bleibt die Geschichte des Hauses samt Garten mit alter Orangerie kurz vor der Elbmündung stecken. Während sich zwar die Geschehnisse rund um das Geheimnis des Haus am Ende lüften, aber bei mir ein fader Beigeschmack von „hätte besser sein können“ blieb.

Auch Personen, die zu Beginn und noch in der Mitte wichtig waren, spielen am Ende gar keine Rolle mehr, tauchen nur noch am Rande auf. Eigentlich gibt es im letzten Drittel des Titel gar keine Hauptfiguren mehr und genau dies stört gewaltig beim Lesen.

HEITMANN, T. (2017): Das Haus am Fluss, Blanvalet Verlag


Schwesterherz

… ist ein Thriller vom Allerfeinsten. Die Autorin lässt den Roman mit einem Interview beginnen und enden, die auf das Kommende vorbereiten. Man ahnt mehr als das man zu wissen glaubt und es trifft grundsätzlich schlimmer ein als geahnt. Es ist übrigens der erste Band von zweien und der Thriller endet in Band zwei. Immerhin endet der erste Teil der Geschichte nicht mit einem totalen Cliffhanger, aber mit einem ziemlichen. Bin sehr gespannt auf den Abschluss! Weiterlesen


Meerblick inklusive

Am Anfang wird die Geschichte noch etwas flapsig erzählt, ein wenig alltäglich, unrund. Ab der Mitte des ersten Drittels verändert sich der Schreibstil zum Besseren. Ich konnte mich sowohl in die unterschiedlichen Akteure einfühlen als auch auf die Insel einlassen, fieberte bei der Suche nach der entwischten Oma mit und grinste mir häufiger eins! Das Bild eines Mannes mit Trommel und Geweih Weiterlesen


Altes Land

Die Suche der Großstädter nach der ländlichen Idylle im Alten Land trifft auf knorrige Bauern und eine unverwüstliche Zahnärztin. Aus Sicht der verschiedenen Typen und besonders der nach dem 2. Weltkrieg aus Pommern geflohenen, heutigen Ärztin im Ruhestand zeichnet die Autorin mal liebevoll, mal etwas garstig ein klares Bild zum Landleben. So, wie es ist und so, wie manche SUV-Fahrer es erwarten.

Ich habe beim Lesen oft geschmunzelt und an einigen Stellen sogar gekringelt vor Lachen. Weiterlesen