Abenteuer: Die Wolkenfrauen

Ich habe den Roman an einem Nachmittag durchgelesen. So spannend erzählt und so wenig schnulzig, wie irgend möglich. So nah an der Realität dran, so wenig ergreifend oder überspitzt erzählt. So gut beschriebene Akteure und ihre jeweiligen Vorerfahrungen im Leben. Sie wachsen teilweise über sich selbst hinaus, erleben Geschichten, wie nur in einem Roman möglich und doch so nah am realen Leben dran wie nötig. Man erfährt zudem viel über die Lebensverhältnisse von Nomaden, die zwar in Marrokko leben, dort aber nicht erwünscht sind und schon gar nicht ihr Leben als Nomaden aufrechterhalten sollen.   Doris Cramer versteht es hervorragend, ihre Figuren nicht alles zerreden zu lassen. Sie setzt auf den Verstand ihrer Leser und liefert einen Roman in mehreren gut geführten Erzählsträngen, in der das Leben in den Bergdörfern und Nomadenlagern lebendig wird. Gleichzeitig zeigt sie, wie sehr man sich als Ausländer von lächelnden, höflichen Menschen in der nahen Umgebung von den wirklichen Lebensumständen täuschen lassen kann – zumindest, wenn man als solche oberfächlich bleibt. Dies gut durch eine seit Jahren in Agadir lebenden Deutschen erläutert – so nach und nach merkt die Akteurin, was Fassade und was Realität ist. Und das es noch mehrere Stufen dazwischen gibt. Ihre Besucherin hingegen erlebt die Wüste, durchlebt zahlreiche Gefahren und verliebt sich.

Das Ende ist nicht vorhersehbar, nicht kitschig sondern so, wie es im Leben echt sein könnte. Wunderbare Beschreibungen mit soviel Details wie nötig und viel Raum zum Mitdenken und Miterleben, das innere Auge liest mit!

DORIS CRAMER, 2018: Die Wolkenfrauen, Blanvalet Verlag

Ich bedanke mich beim Verlag für das Leseexemplar!

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Autor: Silke Bicker

Als wissbegierige Leseratte schmökere ich vorwiegend in spannenden und unterhaltsamen Romanen. Mag auch Sachbücher über Landschaftsnutzung und Geschichte gerne! Was ich hauptberuflich anbiete, lesen Sie unter https://www.erdhaftig.de

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