Zu anspruchslos: Turm der Ketzerin

Vor einiger Zeit las ich einen sehr guten Roman über eine Hugenottenfamilie während der Bartholomäusnacht in Paris. Und dachte, der vorliegende Titel könnte die Fortsetzung sein. Leider habe ich mich geirrt. Dieser handelt zwar auch zur Zeit der Religionskriege in Frankreich, behandelt die Ressentiments zwischen Calvinisten und Katholiken, aber er ist völlig anspruchslos verfasst.

Zwei Erzählstränge, der eine in La Rochelle und der andere in der Carmargue spielend, sind an sich gut aufgebaut. Bildreich und einfach verfasst, dennoch zu wenig „historisch“. Denn man erfährt weder Fundiertes über die Hugenotten noch über diese Zeit zu Beginn der Reformatoren und den Veränderungen, die diese mit sich brachten. Es war ja vieles im Umbruch Ende des 15. Jahrhunderts.

Nicht unbedingt unspannend erzählt, aber mit gewaltigen Längen. So, als ob Leser sich keine vor zwei Seiten noch gut erläuterten Details der Handlung merken könne. Darunter leidet die ansonsten gut gestrickte Liebes- und Abenteuergeschichte unheimlich. Schade.

Deana Zinßmeister (2018): Der Turm der Ketzerin, Goldmann Verlag
Ich bedanke mich beim Verlag für das Leseexemplar.

Advertisements

Autor: Silke Bicker

Als wissbegierige Leseratte schmökere ich vorwiegend in spannenden und unterhaltsamen Romanen. Mag auch Sachbücher über Landschaftsnutzung und Geschichte gerne! Was ich hauptberuflich anbiete, lesen Sie unter https://www.erdhaftig.de

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.