Das Seelenleben der Tiere

Der Förster Peter Wohlleben forscht zusammen mit der Universität Aachen in seinem seit ca. 20 Jahren wirtschaftlichen Urwald, in den statt Harvestern nur Waldarbeiter mit Rückepferden eindringen und behutsam Bäume entnehmen. Sein Buch über das „geheime Leben der Bäume“ war bemerkenswert und gut. Mit dem vorliegenden Titel tue ich mich schwer.

Der Förster möchte allem Anschein nach mehr Verständnis für Tiere und ihre Gefühle wecken. Und auch dafür, das sie keine Menschen sind, einen anderen Humor haben (können) oder auch ganz einfach unterschiedlich fühlen und agieren. Wobei auch das wieder

Das sie welche haben, steht für mich seit Kindesbeinen außer Frage. Für mich ist von Kindheit an klar, dass viele Tiere Gefühle haben, auch Humor durchaus sichtbar zeigen und wir beides erkennen können, wenn wir genau darauf achten. Je nach Tierart nicht immer einfach. Bei Säugetieren verhältnismäßig einfach.

Allerdings wirft Wohlleben einiges durcheinander, so zum Beispiel das Verhalten rangniederer Pferde zu ranghöheren innerhalb einer Herde. Wo er sich schämen interpretiert, wird einfach nur die Ranghöhe angezeigt: jüngeres Pferd kuscht beim Fressen vor im Rang über ihm stehenden Pferd. So etwas lässt sich u. a. auch in Offenställen gut beobachten. Auch ihre Sprache, übrigens 😉

Das Buch ist verständlich geschrieben und zeigt viele Beispiele und Geschichten, die Wohlleben an Tieren beobachtete. Einige  Beobachtungen entspringen wohl doch eher Spekulationen auf deren Gefühlsleben. Der Titel brachte mir leider keine neuen Erkenntnisse, ist aber dennoch gut zu lesen.

WOHLLEBEN, P. (2016): Das Seelenleben der Tiere

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Autor: Silke Bicker

Als wissbegierige Leseratte schmökere ich vorwiegend in spannenden und unterhaltsamen Romanen. Mag auch Sachbücher über Landschaftsnutzung und Geschichte gerne! Was ich hauptberuflich anbiete, lesen Sie unter https://www.erdhaftig.de

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