Winterpferde

51HomqO+FCL._SX324_BO1,204,203,200_Der Krimi-Spezialist Philipp Kerr schrieb ein Jugendbuch, das wie ein Pferdebuch für Mädchen wirkt. Es ist jedoch viel, viel mehr. Eine Geschichte, die sich Mitte der 1940-er Jahre in der ukrainischen Steppe abspielt und einen guten Kern Wahrheit enthält. Denn die Armee Hitlers liess auf ihrem Marsch gen Moskau tatsächlich die Pferde des Reservats abschießen und trug so zum Fast-Aussterben der Przewalski-Pferde massiv bei. Die Armee spielt eine große Rolle in diesem Pferdebuch. Die Hauptrollen tragen eine Waise, zwei Przewalski-Pferde, ein alter Wolfshund und ein Greis. Also doch eine Mädchen-Pferde-Geschichte? Jein. 

Es ist ein Abenteuerroman mit viel Spannung und viel Wissen zum Leben in der Steppe für Mensch und Pferd, zur Klugheit von Pferden und Hunden, die bei einer Flucht durch die Wildnis vor zwei Armeen zusammenhalten und sich voneinander leiten lassen. Es ist ein bisschen Mystik enthalten und viel Wahres. Kerr schafft es, eine atmosphärische Dichte zu zaubern, die einen weiterlesen lässt. Das Ende ist ganz anders als vermutet. Es zeigt sowohl die Grausamkeit eines Krieges als auch Wärme von Soldaten in kalter Zeit.

Ein vielschichtiges Jugendbuch, welches auch für Erwachsene ein Schmöker sein kann.

KERR, Philipp: Winterpferde, Rowohlt Verlag, Hamburg

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Autor: Silke Bicker

Als wissbegierige Leseratte schmökere ich vorwiegend in spannenden und unterhaltsamen Romanen. Mag auch Sachbücher über Landschaftsnutzung und Geschichte gerne! Was ich hauptberuflich anbiete, lesen Sie unter https://www.erdhaftig.de

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