Schwert und Säbel

Simon Scarrow ist Historiker und verfasst normalerweise sachkundige und spannende Romane rund um das Alte Rom. Dieses Mal ist ihm der Roman leider nicht geglückt. Das liegt beileibe nicht am historischen Kern, der immer noch schön verpackt wurde. Es dreht sich um die monatelange Belagerung der Osmanen auf Malta 1565. Scarrow kennt sich gut in der Militärgeschichte aus und das wird seinem Roman zum Verhängnis: Einerseits die Begeisterung für sein Fachgebiet und andererseits der misslungene Versuch diese ganzen Details und Fakten in den Roman hineinzuflechten. Es ist einfach viel zu viel und dazu noch nur für einen Hauptakteur, der bei wirklich jedem Kampf und jedem Techtelmechtel hochrangiger Persönlichkeiten mitmischt. Das kann (und konnte) eine Person allein gar nicht leisten. Er wirkt wie Batman und das A-Team in einer Person. Der sympathische Sir Thomas, ein Ritter der Johanniter, wirkt daher stark unglaubwürdig. Und damit auch die gesamten um ihn und die Belagerung aufgebauten Erzählstränge.

Sehr schade.

SCARROW, S. (2015): Schwert und Säbel, Heyne Verlag

 

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Autor: Silke Bicker

Als wissbegierige Leseratte schmökere ich vorwiegend in spannenden und unterhaltsamen Romanen. Mag auch Sachbücher über Landschaftsnutzung und Geschichte gerne! Was ich hauptberuflich anbiete, lesen Sie unter https://www.erdhaftig.de

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