Am Anfang war der Frost

DownloadVorab: Es ist kein einfach zu lesender Roman zu Beginn. Bleibt man jedoch dran und fuchst sich in die Stränge der Geschichte hinein, dann kann man dieses Buch nicht mehr weglegen. Ich hatte richtigen Kohldampf als ich das überraschende Ende erreichte. Beim Blick auf die Uhr bemerkte ich, das ich vier Stunden ununterbrochen gelesen hatte. Setzen Sie sich gemütlich hin und genießen Sie den Roman über eine französische Familie mit tiefen Abgründen:

Der Roman

Erzählt wird in mehreren Strängen und Perspektiven. Zum einen aus der Sicht von Grâce, der Mutter, die größtenteils aus ihrem Tagebuch liest. Zum anderen aus der Sicht von Nathan, ihrem Jüngsten, der früh heiratete, verwitwet ist und mit vorwitzigen Zwillingen gesegnet ist. Die Tochter spielt am Rande mit hinein – mal mehr mal weniger stark. Erst später geht einem auf, dass sie eine Schlüsselrolle einnimmt. Einen Vater gibt es, er war dreißig Jahre weg und kommt zu einer kurzen Stippvisite bei seiner ehemaligen Familie vorbei. Sobald er auftaucht, wird der bisher eher beschauliche Roman zum Krimi. Delphine Bertholon lässt den Leser die Abgründe spüren ohne deutlich zu werden. Sie spielt mit Stimmungen und Sprache ohne abzulenken und so, dass der Spannungsbogen erhalten bleibt.

Keine leichte Kost, schwankend zwischen Vergnügen und Melancholie, mysteriös und bodenständig.

BERTHOLON, D. (2014): Am Anfang war der Frost, Limes Verlag, ca. 19,99 €

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Autor: Silke Bicker

Als wissbegierige Leseratte schmökere ich vorwiegend in spannenden und unterhaltsamen Romanen. Mag auch Sachbücher über Landschaftsnutzung und Geschichte gerne! Was ich hauptberuflich anbiete, lesen Sie unter https://www.erdhaftig.de

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